Warum braucht unser Körper Schlaf?
Jeder Mensch benötigt Schlaf, er ist ein natürlicher Teil des Lebens. Nur wenige Menschen wissen allerdings, wie wichtig Schlaf wirklich ist. Unser Körper braucht Schlaf; er hat keine Wahl. Die genauen wissenschaftlichen Hintergründe, warum wir Schlaf benötigen, sind noch immer weitgehend unklar. Wir wissen jedoch, dass die wichtigsten Körperorgane und Regulierungssysteme während dem Schlaf aktiv weiterarbeiten. Außerdem verstärken einige Bereiche, wie z.B. das Gehirn, sogar ihre Aktivität, und bestimmte Hormone können tatsächlich nur während der Schlafphase produziert werden.
Ebenso wie Ernährung und Sport benötigen wir Schlaf, damit Geist und Körper optimal funktionieren können. Es ist sogar so, dass Schlaf scheinbar Voraussetzung ist, um zu überleben. Ratten sterben innerhalb von 2-3 Wochen, wenn ihnen Schlaf entzogen wird. Dieser Zeitrahmen ist vergleichbar mit dem des Verhungerns. Unsere innere biologische Uhr reguliert, wann es für uns Zeit ist zu schlafen. Sie „programmiert“ jede Person: wir werden müde, wenn es Abend wird, und sind (i.d.R.) aktiv am Tag.
Optimale Schlafzeit
Es scheint sich – nach Studien in den USA und in Japan – herauszukristallisieren, dass die oft genannten acht Stunden Schlaf am Tag zu lang sind. Den Studien zufolge soll die optimale Schlafzeit zwischen sechs und sieben Stunden liegen, was auch der Durchschnitts-Schlafzeit in Deutschland entspricht (laut einer an der Universität Regensburg durchgeführten Studie entspricht die durchschnittliche Schlafzeit der Deutschen 6 Stunden und 59 Minuten). Das individuelle Schlafbedürfnis des Erwachsenen schwankt etwa zwischen 6 und 10 Stunden und folgt etwa einer Normalverteilung. Extreme treten bei Säuglingen auf, die bis zu 16 Stunden schlafen (über den Tag verteilt), und bei alten Menschen, deren Schlafbedürfnis geringer ist („senile Bettflucht“).
Zu wenig Schlaf ist schlecht für die Gesundheit
Wenn wir zu wenig Schlaf bekommen, sei es sogar nur eine Stunde zu wenig, hat der Körper ein Schlafdefizit. Wenn dieses Schlafdefizit zum Dauerzustand wird, kann es passieren, dass man chronisch müde wird. Selbst wenn einem diese chronische Müdigkeit nicht völlig bewusst ist, kann sie negative Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des Körpers, auf Ihre Aktivitäten, Ihr Denken, Ihre Stimmung und Ihr Wohlbefinden haben. Die große Gefahr hierbei: Einschlafen in unangemessenen oder sogar gefährlichen Situationen.
Man sollte sich dem Problem dauerhafter Müdigkeit vollends bewusst sein, z.B. beim Autofahren oder auf dem Arbeitsplatz, wobei man nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr bringen kann. Zu wenig Schlaf bei Kindern kann ihre Leistung in der Schule, auf dem Spielplatz, im Verein oder anderen sozialen Verbindungen beeinträchtigen.
Schlafentzug ist aufgrund des schnellen Lebenswandels und der damit verbundenen wenigen Zeit ein häufiger Zustand unserer Zivilisationsgesellschaft.
Symptome von Schlafmangel
Zu wenig Schlaf beeinträchtigt:
- Leistungsfähigkeit
- Konzentrationsfähigkeit
- Wahrnehmung
- Informationsaufnahme
Zu wenig Schlaf verstärkt:
- Gedächtnislücken
- allgemeines Unwohlsein
- Gefahr von Unfällen und Verletzungen
- Verhaltensstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Antriebslosigkeit
- Übergewicht
- Depressionen, Angstzustände
- erhöhte Reizbarkeit
Schlafstörungen
Laut Schlafexperten kann der Mensch an bis zu über 80 verschiedenen Formen der Schlafstörung leiden. Die am häufigsten auftretenden Formen der Schlafstörung sind:
- Insomnie: In diese Gruppe fallen Menschen, deren Schlaf von einem gesunden Schlafverhalten abweicht. Dazu zählen Einschlaf- bzw. Wiedereinschlafschwierigkeiten, häufiges Erwachen in der Nacht, oder zu frühes Erwachen am nächsten Morgen. Insomnie scheint mit dem Alter zuzunehmen. Etwa 40% der Frauen und 30% der Männer klagen über diese Form der Schlafstörung.
- Schalfapnoe (häufig bei übergewichtigen Männern mittleren Alters): vorübergehende Atemstillstände im Schlaf (Apnea genannt), meist mit Schnarchen verbunden, kurzzeitiges Aufwachen, kann bis zu 100 Mal pro Nacht geschehen. Ursachen können u.a. zu hoher Bluthochdruck, Depressionen, Dickleibigkeit, Diabetes, oder Herzkrankheiten sein.
- Hypersomie: Die Betroffenen leiden unter übermäßigem Schlaf bzw. einem vermehrten Schlafbedürfnis, klagen aber am nächsten Tag trotzdem über Müdigkeit und Erschöpfung. Hypersomie kann vererbt sein oder durch Gehirnschäden, Depressionen, Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus), aber auch Übergewicht hervorgerufen werden.
- Parasomnia: Dies sind so genannte Arousalstörungen aus dem Schlaf wie z.B. Schlafwandeln, Alpträume, Sprechen im Schlaf, nächtliches Aufschrecken, Zähneknirschen, etc. Parasomnia hängt oft mit Stress und Depression zusammen. Viele Parasomnia treten häufiger bei Kindern als Erwachsenen auf.
- Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Unter schlafbezogenen Bewegungsstörungen fällt zum Beispiel das Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom).
Weitere Ursachen von Schlafstörungen können sein:
- Ungünstige Schlaflage
- Schichtarbeit, Jet Lag: Die Beeinträchtigung des Hell-Dunkel-Rhythmus bei Schichtarbeit oder beim Jet-Lag führt zu einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus, wobei die „innere Uhr“ aus dem Gleichgewicht gerät.
- Alkohol ist einer der größten Schlafstörer. Alkohol belastet während des Schlafs das Nervensystem und die Organe, da sie mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt sind. Die wichtigste Schlafphase, der REM-Schlaf, wird dadurch unterdrückt.
- Arzneien und Medikamente: Koffeinhaltige Schmerz- und Grippearzneien, durchblutungsfördernde Mittel und Asthmamittel können einen gesunden Schlaf stören.
- Schlechte Wohnqualität: zu trockene Luft, ein überheizter bzw. zu kalter Raum, ein unbequemes Bett, zu viel Lärm oder auch zu grelles Licht können zu einem unruhigen Schlaf führen.
- Psychogene Faktoren: Angst, Stress, Depressionen, Schuldgefühle, Konflikte, psychische Krankheiten, Sorgen, etc.
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